Baumwollgarn - optimal mit Baumwolle stricken und häkeln

 

Baumwolle ist eine der beliebtesten Naturfasern. Jahrtausende nutzen die Menschen die optimalen Eigenschaften in der Textilproduktion. Zu Baumwollgarn verarbeitet ist es auch heute noch sehr beliebt zum Stricken und Häkeln. Viele Kleidungsstücke, die man im Alltag trägt, werden aus der vielseitigen Faser produziert. Besonders das leichte Gefühl auf der Haut und die Pflegeleichtigkeit von Baumwollprodukten sind überzeugend. Aufgrund ihrer guten Verarbeitbarkeit und Robustheit wird Baumwolle gerne zum Stricken eingesetzt. Baumwolle ist ein Naturprodukt mit vielen überzeugenden Eigenschaften. In diesem Blogartikel geben wir Ihnen einen umfangreichen Überblick zum Thema Baumwolle und geben wertvolle Tipps rund um das Stricken mit Garn aus Baumwolle oder Baumwollanteil.

 

Was ist Baumwolle?

Trotz des Namens hat Baumwolle gar nichts mit Bäumen zu tun. Die Faser wächst nämlich in kleinen Knäulen bzw. Bäuschen an einer buschartigen Pflanze. Der Name entstammt der Fähigkeit, dass sich die Samen der Pflanze über eine sehr weite Entfernung ausbreiten, ähnlich wie die eines Baumes. Das liegt daran, dass die Baumwollsamen in die vielen Baumwollhärchen in der Baumwollkapsel gebettet sind, welche nach der Öffnung der Kapsel die Körner weit durch den Wind tragen. Auf den Aufbau der Pflanze gehen wir später nochmal genauer ein.

 

Woher stammt die Baumwolle?

Baumwolle ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt. Eine Kulturpflanze ist im Gegensatz zu einer Wildpflanze eine vom Menschen angebaute und gezüchtete Pflanze. Die Baumwolle dient als Nutzpflanze und ist wichtiger Rohstofflieferant für die Produktion von Kleidung und anderen Textilien. Erste Funde und Belege der Faser deuten darauf hin, dass bereits im Jahr 6000 v. Chr. in Indien die umfangreichen Verwendungsmöglichkeiten von Baumwolle geschätzt wurden. Funde im asiatischen und amerikanischen Raum machen die frühe Verbreitung ebenfalls deutlich. In manchen Völkern galt Baumwolle lange als Luxusgut, welches dem Adel vorenthalten war.

 

Baumwolle in Europa

Seinen Weg nach Europa fand die Baumwolle 1000 n. Chr. durch den Import nach Spanien und Sizilien. Auch hier erfreute sich der Stoff einer hohen Beliebtheit und war ein teuer gehandeltes Luxusgut, welches über den langen Landweg von Indien transportiert wurde. Schnell entwickelten sich ähnlich hohe Preise, wie bei Seide. Erst durch die Entdeckung des Seewegs wurde der Transportweg des Stoffes erleichtert und kostengünstiger. Die Verbreitung der Baumwolle und des Baumwollgarns nahm auch in Europa zu.

Die industrielle Revolution

Wurde die Verarbeitung der kostbaren Baumwollernte viel durch Sklaven durchgeführt, verhalf die industrielle Revolution zu dem mechanischen Webstuhl und der mechanischen Entkörnungsmaschine. Beide Erfindungen revolutionierten den gesamten Prozess der Baumwollherstellung und machten diesen wesentlich effizienter. Die körperlich extrem anstrengende Arbeit zur Ernte auf den Baumwollplantagen entfiel jedoch erst im 19 Jahrhundert durch den Einsatz von Erntemaschinen. Mit diesem Schritt stieg die Verbreitung des Stoffes erneut.

 

Die Produktion von Baumwolle heute

Heute stammen große Teile der Baumwollproduktion aus China, Indien und den USA. Die Pflanze bevorzugt ein warmes Klima. Um ordentlich zu gedeihen werden 200 frostfreie Tage benötigt. Der so genannte Baumwollgürtel umfasst die wechselfeuchten und trockenen Tropen sowie den wechselfeuchten Mittelmeerraum.

 

Wie wird Baumwolle hergestellt?

Baumwolle wird auf großen Plantagen angebaut und die Pflanzen werden jährlich geerntet. Die Pflanze trägt so genannte Baumwollkapseln, welche bei Erreichung der Reife aufplatzen. In den Baumwollkapseln sind neben den Baumwollhaaren auch jeweils ca. 30 Samen. Die Kapseln werden während der Ernte gepflückt und müssen anschließend von Blättern und Samenkörnern getrennt werden. Je länger die in Garn verarbeitete Fasern sind, desto höher ist die Qualität der Baumwolle. Besonders kurze Fasern, welche sich in der Baumwollkapsel befinden, werden aussortiert und für andere Produktionsbereiche verwendet.

Die Fasern werden einer Spinnerei übergeben und dort gezwirbelt sowie veredelt. Die Spinnerei macht also aus den Fasern Fäden, welche dann in der Produktion von Textilien weiterverarbeitet werden können.

 

Was macht Baumwolle besonders?

Was macht die Baumwolle eigentlich so beliebt? Baumwolle vereint viele gute Eigenschaften. Der Stoff gilt als allergikerfreundlich und die Textilindustrie schätzt besonders die Widerstandsfähigkeit. Die Fasern lassen sich darüber hinaus gut einfärben, weil sie eine gute Feuchtigkeitsaufnahme besitzen. Kleidungsstücke aus Baumwollen überzeugen mit einem hohen Tragekomfort und lassen sich gut reinigen. Das Material ist luftdurchlässig. Die Langlebigkeit und das weiche Gefühl auf der Haut sind nicht zuletzt große Pluspunkte des Stoffes.

Der Aufbau der Faser bedingt die hohe Aufnahmefähigkeit von Wasser und Feuchtigkeit. Im nassen Zustand sind Stoffe noch reißfester. Darüber hinaus sind Baumwollstoffe bis 160° Celsius hitzebeständig und können somit warm gewaschen werden.

 

Baumwolle zum Stricken – was man beachten sollte

Baumwolle ist äußerst beliebt zum Stricken und Häkeln. Es eignet sich optimal zur Produktion dünner Schals und Tüchern sowie lässige Kleidungsstücke. Auch Socken und leichte Jacken lassen sich gut aus Baumwolle herstellen. Für figurbetonte Kleidungsstücke ist jedoch Baumwolle nicht die richtige Wahl.

Die Wahl des richtigen Garns

Wer schon mal nach einem passenden Garn für das nächste Strickprojekt gesucht hat, wird es kennen: Die Auswahl scheint unendlich. Stellt sich die Frage, wie man das richtige Garn zum Stricken auswählen kann. Wann ist ein Baumwollgarn die richtige Wahl und welche anderen Optionen gibt es?

Die Zusammensetzung von Garnen

Es gibt vor allem Unterschiede bei den Zusammensetzungen von Garnen. Neben Naturfasern, zu denen auch die Baumwolle gehört, gibt es auch Wolle, Tierfasern, Pflanzenfasern sowie Synthetikfasern.

  • Pflanzenfasern: Zu den Pflanzenfasern gehören neben der Baumwolle auch Leinen, Bambus und Hanf.
  • Wolle: Wolle wird das Haar von Schafen bezeichnet. Es gibt unterschiedliche Arten von unterschiedlichen Schafstieren. Eine besonders beliebte Wolle ist die Merinowolle.
  • Tierfasern: Auch aus manchen Tierhaaren lassen sich Garne erstellen. Neben der von der Seidenraupe produzierten Seide gehören auch Garne aus Alpakahaaren zu den Tierfasern.
  • Synthetikfasern: Nylon oder Polyester sind bekannte Synthetikfasern, welche in der Textilproduktion Verwendung finden.

Eine Mischung unterschiedlicher Fasern in den Garnen ist ebenfalls möglich. Wir bieten unseren Kunden neben Garnen aus 100% Baumwolle auch Mischgarne, welche beispielsweise aus 50% Baumwolle und 50% Polyacryl bestehen. (Bobbel Cotton)

Bei dem Stricken nach einer Strickanleitung erhalten Sie eine konkrete Empfehlung von Garnen innerhalb der Anleitung. Schauen Sie gerne bei unseren Strickanleitungen vorbei.

Unterschiedliche Farben

Bei den Farben der Garne sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Moderne Fertigungsverfahren ermöglichen eine Vielzahl an Farben und Muster. Egal ob einfarbig, gemischt oder gescheckt, es gibt die unterschiedlichsten Ausprägungen für Ihr nächstes Strickprojekt.

Die Dicke des Garnes

Auch die Dicke der Garne sind verschieden und eignen sich wiederum für unterschiedliche Einsatzbereiche. Neben der Garndicke spielen auch die Anzahl der gezwirnten Fäden eine wichtige Rolle bei der Wahl des richtigen Garns.

 

Die Wahl der richtigen Nadel zum Stricken mit Baumwolle

Die Nadelstärke

Grundsätzlich gilt: Je dicker die Nadel bzw. je höher die Nadelstärke, desto fester dürfen die Stoffe sein, die mit ihr verarbeitet werden können. Die Auswahl der Nadel, welche man zum Stricken verwendet, ist also eng an die Auswahl des Garns gekoppelt. Für ein mittleres Garn eignet sich eine Nadelstärke um die 5mm. Für ein sehr feines Garn sollte die Nadel eher 3,5mm stark sein. Eine pauschale Antwort ist an dieser Stelle also nicht möglich. Man sollte jedoch unbedingt auf die Hinweise in der Strickanleitung berücksichtigen.

Ähnlich verhält sich übrigens auch die Häkelnadel. Je dicker die Wolle, desto dicker sollte auch die Nadel sein. Die Feinmaschigkeit des Stoffes ergibt sich nachher aus der Kombination von Garn und Nadeldicke.

Das Material der Nadel

Auch bei den Materialien der Stricknadeln gibt es gewisse Unterschiede. Die gängigsten Materialien für Stricknadeln sind Metall, Holz oder Kunststoff. Bei der Auswahl des Materials der Nadel kommt es weniger auf das Garn an, vielmehr geht es um persönliche Präferenzen.

Die Art der Nadel

Abhängig davon, was man stricken möchte, unterscheidet sich auch die Art der Nadel, welche man verwendet. Auch hier sollte man auf die Hinweise in der Strickanleitung achten. Rundstricknadeln eignen sich beispielsweise zur Produktion von Schals. Rundstricknadeln bestehen aus zwei Nadeln und einem Seil. Nadelspiele hingegen bestehen aus fünf Nadeln und die Enden der Nadeln sind offen. Jede Nadelart hat Vor- und Nachteile. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, sich an die Empfehlungen in der jeweiligen Anleitung zu halten.

 

Eigenschaften der Baumwolle beim Stricken und Häkeln

Baumwolle lässt sich grundsätzlich beim Stricken und Häkeln relativ leicht verarbeiten und ist deshalb so beliebt. Das Baumwollgarn gleiten gut über die Nadeln und führt zu einem guten Strickerlebnis. Baumwolle ist ein glattes und weiches Garn und macht es extrem komfortabel zu tragen. Die resultierenden Produkte sind also ebenfalls überzeugend.

 

Die Pflege der Baumwolle

Baumwolle ist leicht zu waschen und zu pflegen. Trotzdem kann man mit der falschen Pflege die Faser zerstören. Vor allem bei mühevoll gestrickten oder gehäkelten Teilen kann das richtig ärgerlich sein. Die folgenden Tipps helfen dabei, die gestrickten und gehäkelten Produkte richtig zu waschen und zu pflegen.

  • Die erste Wäsche von farbiger Baumwolle: Aufgrund der guten Saugfähigkeit des Stoffes kann es bei der ersten Wäsche zu Auswaschungen der Farbe kommen. Aus diesem Grund sollte man neue farbige Kleidungsstücke aus Baumwolle zunächst separat waschen.
  • Baumwollkleidung wächst beim Waschen: Was im ersten Moment verwunderlich klingt, ist bei Baumwolle ein normales Verhalten. Nach dem Waschen kann das Kleidungsstück länger und weiter sein. Ein Tipp, der helfen kann, richtig auf dieses Verhalten zu reagieren, ist die so genannte Maschenprobe. Eine vorher produzierte Probe, welche man als Teststoff zum Waschen und Trocknen nutzt, verhindert böse Überraschungen.
  • Baumwolle hält hohe Temperaturen beim Waschen aus: Baumwollkleidung ist nicht ohne Grund besonders beliebt als Babybekleidung. Dabei sollte man auf jeden Fall die Zusammensetzung der Baumwolle überprüfen. Reine Baumwollgarne verhalten sich anders als Baumwollgarne, welche mit anderen Fasern gemischt sind. Auch Jeans und Tops sollten weniger warm gewaschen werden als weiße Baumwollteile. Beim Kauf des Baumwollgarns gibt es Pflegehinweise, welche man berücksichtigen sollte.
  • Das richtige Waschmittel: Für weiße Baumwollkleidung eignet sich ein Universal- oder Vollwaschmittel. Eingefärbte Stoffe lassen sich am besten mit Colorwaschmittel waschen. Weichspüler sollte weggelassen werden.
  • Den Trockner nicht überfüllen: Um Knittern zu vermeiden, sollte der Trockner nicht ganz voll mit Kleidung befüllt werden. Auch die Reduzierung der Schleuderzahl hilft dabei, dass die Stoffe nicht zu sehr knittern. Das beste Trocknungsergebnis gibt es jedoch an der frischen Luft. Dafür sollte man die Kleidung einfach ausschütteln und aufhängen. Den Trockner auszulassen, schont auch die Umwelt.
  • Baumwolle bügeln: Für ein optimales Bügelergebnis sollten man die Kleidung vorher ein wenig anfeuchten und das Bügeleisen nicht zu heiß einstellen.
  • Pflegehinweise berücksichtigen: Bevor man die eigenen Baumwollkleidungsstücke in die Waschmaschine gibt, helfen die Pflegehinweise von der Wolle.

 

Fazit

Die Baumwolle ist ein wahrer Alleskönner. Die lange Historie von Baumwolle zeigt, wie wichtig der Rohstoff für Menschen war und auch immer noch ist. Die Naturfaser vereint viele positive Eigenschaften und findet vielseitigen Einsatz. Baumwollgarne eignen sich hervorragend zum Stricken, gleiten gut über die Nadel und können zu qualitativ hochwertigen Textilien verarbeitet werden.

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