Spitze stricken: Lace-Technik für tolle Muster

Lace-Technik

 

Ajourmuster-, Lochmuster- und Lace-Technik sind verschiedene Bezeichnungen für ein- und dieselbe Methode, und zwar für das Spitze stricken oder Spitze häkeln. Die Bezeichnung „Lace“ wird überwiegend für besonders feine Strickarbeiten in dieser Technik verwendet. Im Folgenden erfahren Sie, worauf es ankommt, wenn Sie sich an diese dekorativen Muster heranwagen wollen.

Zunächst einmal:

 

Was ist Lace-Technik?

Lace bedeutet Spitze. Bei der Lace-Technik bilden Sie Umschläge, wo Löcher erscheinen sollen, und stricken Maschen zusammen, damit deren Zahl gleich bleibt. Variationen entstehen durch Anzahl und Anordnung der Umschläge und der Maschen. Mit wenigen Grundtechniken lassen sich die schönsten und komplexesten Lacemuster erarbeiten. 

Das Schwierigste an Lacemustern ist nicht die Technik selbst. Die Herausforderung besteht eher darin, aufmerksam zu bleiben und nicht aufzugeben, wenn sich Fehler einschleichen – das widerfährt nämlich selbst den erfahrensten Strickerinnen.

 

Was kann ich mit Lace stricken?

In vielen Regionen dieser Welt haben sich mit den Jahrhunderten Strickkulturen entwickelt. Einige von ihnen haben es in der Lace-Technik zu internationaler Berühmtheit gebracht. Die großen Orenburg-Shawls (Dreieckstücher) von den Shetland-Inseln beispielsweise sind aus so feinem Garn gearbeitet, dass sie sich durch einen Ehering ziehen lassen.

Zum Ausprobieren empfehlen sich kleinere Projekte, wie etwa

  • Bandanas

  • fingerlose Handschuhe

  • Socken mit einem Schaft in Lace-Technik

  • Cowls

  • Zierdeckchen

 

Größere Ziele wie einen Shawl, eine Stola oder ein elegantes Bolerojäckchen gehen Sie am besten an, wenn Sie Ihren eigenen Zugang zum Spitze-Stricken entwickelt haben und geübter sind.

 

Die richtige Wahl der Wolle und Garne für die Lace-Technik

Jetzt geht es ans Spitze stricken: Großmaschigere Lacemuster entstehen, wenn Sie Wolle in Lace-Qualität mit dickeren Nadeln stecken. Sehr fein wird es mit dünnen Nadeln. Sie möchten ein paar einfache Grundmuster ausprobieren und sehen, wie sich Ihre Lace-Technik entwickelt? Dann versuchen Sie es mit klassischem Garn für Socken. Das ist nicht zu fein, um einen in die Verzweiflung zu treiben, und vermittelt trotzdem das Gefühl dafür, wie es sich anfühlt, Spitze zu stricken.

Zu klassischen feinen Lace-Garnen, die sich angenehm verstricken lassen, gehört Wolle wie etwa

  • Alpaka

  • Merino

  • Mohair und Mohair-Seiden-Gemisch

 

Baumwolle und Seide können zwar wunderschöne Ergebnisse liefern, sind aber nicht elastisch und verziehen es nicht, wenn Sie unregelmäßig fest stricken – was zumindest am Anfang nicht zu vermeiden ist. Heben Sie sich diese Art von Garn lieber für später auf, wenn Sie routinierter sind.

 

6 Tipps, damit Sie viel Freude an der Lace-Technik haben

 

  1. Sorgen Sie für gutes Licht
    Besonders beim Zusammenstricken müssen Sie die Handarbeit gut sehen können.

  2. Nehmen Sie spitze Nadeln
    Mit stumpfen Nadeln macht diese Technik keinen Spaß.

  3. Orientierung behalten
    Kennzeichnen Sie die Reihe in der Chart, an der Sie gerade arbeiten, mit einem Post-it.

  4. Legen Sie Farbcodierungen an
    Die Charts fürs Spitze-stricken können kompliziert aussehen. Einfacher wird es, wenn Sie die Anleitung vollständig durchgehen und die verschiedenen Elemente mit unterschiedlichen Markern kennzeichnen.

    Beispiel für eine Markierung innerhalb eines Rapports:

    Grün für „Umschlag/zwei Maschen rechts überzogen zusammenstricken/eine rechte Masche“

    Orange für „Umschlag/drei Maschen überzogen zusammenstricken/Umschlag/eine rechte Masche“

    Gelb für „Umschlag/zwei Maschen rechts zusammenstricken/eine rechte Masche“

  5. Nutzen Sie Life Lines
    Der Name „Lebenslinien“ bringt es auf den Punkt: Solche Linien können Ihr Projekt retten. Eine Life Line ist ein Faden, der am Ende eines Reihen-Rapports (oder an anderer signifikanter Stelle) durch die Maschen gefädelt wird. Er funktioniert wie eine Art Hilfsnadel, bis zu der Sie auftrennen können, ohne dass die darunterliegenden Muster in Mitleidenschaft gezogen werden. Am besten taugt dafür ein stabiles glattes Garn, etwa ein Baumwollfaden oder ein Stück Zahnseide.

  6. Lassen Sie gelegentlich die 5 gerade sein

 

Am Ende wird alles gut! Gerade bei größeren, in Lace-Technik gearbeiteten Projekten wie einem Schal oder einem Tuch fällt es nicht weiter auf, wenn mal ein Loch nicht an der richtigen Stelle sitzt. Was zählt, ist die gesamte Schönheit!

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