Ajourmuster: Stricken und bezaubernde Effekte erzielen

Ajourmuster

Ajourmuster: Stricken und bezaubernde Effekte erzielen

Fein, leicht, sommerlich, luftig und verspielt: Die reizenden Ajourmuster beziehungsweise Lacemuster sehen oft sehr kompliziert aus. Das täuscht aber nur! Wer gerne Handarbeiten macht, sollte das Lochmusterstricken unbedingt mal ausprobieren. Sie werden auf das phänomenale Ergebnis stolz sein können. Was es über Ajourmuster zu wissen gibt und wie die Technik funktioniert, erfahren Sie hier.

 

Was ist ein Ajourmuster?

Das französische Wort „ajour“ ist ein architektonischer Begriff und bedeutet Durchbruch oder Öffnung. Gestrickte oder gehäkelte Ajourmuster basieren bei der Lace-Technik auf Kombinationen von Löchern und zusammenhängenden Maschen. Typischerweise bilden sie Rauten, Blätter, senkrechte Streifen, waagerechte Reihen oder schlichte Flächen mit mehr oder weniger eng angeordneten Löchern.

 

Wie entsteht ein Lochmuster?

Um ein Loch zu stricken, braucht es zunächst einen Umschlag. Der bildet eine zusätzliche Masche auf der Nadel und wird in der nächsten Reihe meistens einfach abgestrickt. Auf jeden Umschlag kommen im Normalfall zwei zusammengestrickte Maschen, damit die Maschenzahl erhalten bleibt. Die Art des Zusammenstrickens, etwa rechts oder rechts verschränkt, wirkt sich in Kombination mit dem Umschlag auf das Muster aus. Beim Häkeln ist die Technik eine andere. Hier werden „Brücken“ aus Stäbchen und Luftmaschen gebildet.

 

Für welche Strickwaren eignen sich Ajourmuster?

Einfacher zu beantworten wäre die Frage, wofür sie sich NICHT eignen. Ajourmuster passen immer! Sie sind aber kontraproduktiv für Winterkleidung, die rundum wärmen soll. Denn die Löcher lassen Wind und Kälte an die Haut.

 

Ideen für Lacemuster-Projekte

  • Schal mit Netzmuster

  • Jacke mit Allover-Ajourmuster oder Ajourborte

  • Pullover mit Lochmusterstreifen

  • Trachtensocken (traditionell mit kombinierten Zopf- und Ajourmustern)

  • Mädchensocken

  • Armstulpen

  • Bandana

Last but not least, der ewige Klassiker des Ajourmusters: ein großes Dreieckstuch (Shawl) oder eine Stola mit aufwändigen Lochmustern, gearbeitet in feinster Lacewolle mit Nadelstärke 1,5. Ein Projekt für die einsame Insel.

 

Welche Wolle nimmt man, um Ajourmuster zu stricken oder zu häkeln?

Zuerst die gute Nachricht: Mit welchem Garn Sie am besten fahren, hängt von Ihrem Projekt und Ihren Vorlieben ab. Mit echter Wolle erzielen Sie bei einem Ajourmuster allerdings meistens schönere Ergebnisse als mit einem Garn aus Pflanzenfasern oder synthetischen Fasern.

Wolle ist elastisch und verzeiht die unterschiedliche Fadenspannung, die bei einer Lochmusterarbeit nicht zu vermeiden ist. Strickstücke aus Naturwolle lassen sich gut in Form ziehen oder spannen. So entsteht im Nachhinein automatisch ein gleichmäßiges Maschenbild. Das funktioniert zum Beispiel bei Wolle pur oder im Gemisch mit

  • Alpaka

  • Angora

  • Cashmere

  • Mohair

 

Weniger tauglich sind Garne aus

  • Acryl

  • Bambus

  • Baumwolle

  • Leinen

  • Seide

Diesen Garnen fehlt die Elastizität, um Fehler oder Unregelmäßigkeiten auszugleichen und das Strickstück „verkrumpelt“. Das lässt sich bei Naturfasern meistens durch sorgsames Blocken ausgleichen. Bei Acrylgarnen allerdings funktioniert das nicht.

 

Gibt es eine ideale Garnstärke?

Definitiv nicht! Lochmuster können auch in dickerer Wolle attraktiv aussehen. Es kommt einzig darauf an, was Sie vorhaben. An Bouclé-Garne allerdings sollten Sie diese Filigrantechnik nicht verschwenden.

 

Welche Rolle spielt die Farbe?

Zunächst einmal sollte sie Ihnen natürlich gefallen. Ein einfarbiges oder Dégradé-Garn bringt delikate Ajourmuster besser zur Geltung als eines mit kontrastreichen Farbwechseln. Ajourmuster in dunklem Garn sehen meistens sehr reizvoll aus. Mit Garnen in dunklen Tönen zu stricken, kann bei ungünstigen Lichtverhältnissen jedoch zur Qual werden.

Abschließend noch ein paar Tipps zum Einstieg in die wunderbare Technik des Ajourmusterstrickens:

  1. Stricken Sie mit den spitzesten Nadeln, die Sie finden. Spätestens, wenn Sie drei Maschen links zusammenstricken sollen, werden Sie sich an diesen Hinweis erinnern.

  2. Gehen Sie die Anleitung vor dem Stricken vollständig durch. Alle Abkürzungen und die Legende sollten Ihnen in Fleisch und Blut übergehen. Das gibt Sicherheit.

  3. Versuchen Sie gar nicht erst, sich zu merken, welche Reihe der Anleitung Sie gerade stricken. Nutzen Sie Post-its, ein Lineal, eine Büroklammer oder sonstige Hilfsmittel, um die Chart zu aktualisieren.

  4. Benutzen Sie Maschenmarkierer. Das erspart Ihnen frustrierende Zählerei, wenn Sie das Strickzeug nach einer Pause wieder in die Hand nehmen.

  5.  Blocken rückt manches gerade. Zur vollen Schönheit erblüht Gestrick mit Ajourmuster meisten erst, wenn Sie es in Form spannen.

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